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Hessische familiengeschichtliche Vereinigung e. V.

Stammtisch der Bezirksgruppe Odenwald

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39. Stammtisch in Fürth am 17. August 2017

Historiker Dirk Strohmenger referiert über das Leben der Odenwälder Soldaten im 18. Jahrhundert

FÜRTH - Wer Ahnenforschung betreibt, kommt nicht umhin, sich in geschichtliche Gegebenheiten zu vertiefen. Wissen rund um historische Gepflogenheiten beim Heiraten oder Taufen können hilfreiche Anhaltspunkte bei der Suche nach Vorfahren sein. Der Vortrag "Churpfälzische Heiratspolitik im Odenwald 1750-1790" von Dirk Strohmenger stieß daher am Donnerstag im Fürther Gasthaus "Zum grünen Baum" auf Interesse bei den Mitgliedern der Bezirksgruppe Odenwald der Hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung e.V. Rund 20 Gäste lauschten interessiert den Ausführungen des promovierten Historikers, der in Reichelsheim als Lehrer tätig ist. Die Zuhörer erfuhren dabei auch Interessantes über den Stand der (einfachen) Soldaten im 18. Jahrhundert.
Während seiner Ausführungen illustrierte Studienrat Strohmenger zunächst, dass es sich beim Kurfürstentum Pfalz zur Mitte des 18. Jahrhunderts nicht um ein geschlossenes Gebiet, sondern um einen "Flickenteppich" handelte, zu dem beispielsweise Lindenfels, Otzberg Mosbach oder Umstadt gehörten. Zentrum und Residenzstadt des Fürstentums war seit 1720 ein florierendes Mannheim, was unter anderem durch den Bau des dortigen Schlosses unterstrichen wurde. Später (1778) verlegte Kurfürst Carl Theodor seine Residenz nach München, um dort sein bayerisches Erbe anzutreten. Zu dieser Zeit zählte Mannheim rund 25 000 Einwohner.
Die Zeit war nicht nur durch die Herrschaft der "Oberen" über das Leben "des kleinen Mannes" und den Geist des aufgeklärten Absolutismus geprägt, sondern auch durch eine Bevölkerungsstagnation. Dies schrieb beispielsweise der Mannheimer Wissenschaftler und Garnisonsarzt Friederich Casimir Medicus (1736-1808) in seinem Werk "Allgemeine Beobachtungen über den gegenwärtigen Zustand der Bevölkerung in den Chur-Pfälzischen Ober-Aemtern, vorzüglich den Dörfern", das der Fischbachtaler Strohmenger am Abend vorstellte.
Als Ursachen, die "eine gesunde Bevölkerungsentwicklung in der Kurpfalz gewaltsam verhindern", nennt Medicus hier - neben der Auswanderung nach Amerika - vor allem die Ehelosigkeit des Soldatenstandes. Männern war es - laut kurpfälzischer Verordnungen von 1744 und 1751 - erst nach Ablauf ihres dreijährigen Kriegsdienstes erlaubt zu heiraten, wie der 37-jährige Referent berichtete. Dies hatte zur Folge, dass der Regimentsinhaber im Falle eines Todes nicht für Soldaten-Witwen und -Waisen sorgen musste. Doch es hatte auch den Nachteil, dass die jungen Männer weniger an Land und Leute gebunden waren und eventuell weniger in das Gemeinwesen integriert. So forderte denn auch Medicus in seiner oben genannten Schrift, den Soldaten die Heirat zu erlauben, denn so würde "das Zugehörigkeitsgefühl gestärkt".
Offiziell wurde das Heiratsverbot in der Kurpfalz laut Strohmenger im Jahr 1769 aufgehoben - allerdings nur gegen Zahlung von 300 Gulden.
Die Kurpfälzer Soldaten lebten zu dieser Zeit nicht nur in den Garnisonsstädten wie Mannheim, sondern auch in einzelnen Odenwälder Dörfern, worauf Einträge in Kirchenbüchern hindeuten. Im Rahmen seiner Ahnenforschung hatte Strohmenger beispielsweise einen Vorfahren ausgemacht, der zeitweise in Mannheim und zeitweise in Mitlechtern gelebt hatte. So waren drei seiner Kinder in Lindenfels getauft worden, eines jedoch in der Mannheimer Garnisonskirche. Diese Ausnahme könnte darin begründet liegen, dass die Soldaten in Friedenszeiten verschiedene Dienste abseits ihrer Garnisonsstadt taten. In den Dörfern und Kleinstädten etwa übernahmen sie eine frühe Form des Polizeidienstes beziehungsweise verdienten dort wahrscheinlich auch ihren Unterhalt - etwa als Bauern oder Tagelöhner. Möglich ist es auch, dass die Soldaten während der Wintermonate aus Versorgungsgründen eher in ihren (Heimat-)Dörfern lebten, wie das Plenum nach dem Vortrag vermutete. 
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38. Stammtisch in Rodau am 18. Mai 2017

Dwight D. Eisenhower könnte seine familiären Wurzeln in Rodau haben

RODAU - Normalerweise interessieren sich Ahnen- oder Familienforscher für ihre eigenen Vorfahren. Das bestätigt bei einem Treffen der Hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung (HfV) auch deren Odenwälder Vorsitzender Wilhelm Wurm. Auch er forscht nach „seinen Würmern“, wie er scherzhaft sagt. Immerhin ist er bis 1680 fündig geworden. ...

Anders verhält es sich dagegen bei Manfred Bräuer. Er ist im Eisenhauer Fieber, auch wenn kein Eisenhauer in seiner Ahnenlinie existiert. Jüngst traf sich die HfV in der Gaststätte Rauth in Rodau. Der Ort war ganz bewusst gewählt, denn Bräuer wollte an diesem Abend beweisen, dass die Vorfahren von Dwight D. Eisenhower, von 1953 bis 1961 der 34. Präsident der Vereinigten Staaten, nicht nur aus dem Odenwald, sondern sogar aus dem kleinen Rodau stammen. Bisher reklamierten die Saarländer die Eisenhauers für sich. Dass ein gewisser Johann Nikolaus Eisenhauer, der 1741 in Philadelphia amerikanischen Boden betrat und den die Familienforscher als Ahn von Dwight D. Eisenhower ausgemacht haben, vom saarländischen Karlsbrunn nach Amerika aufbrach, bestreitet Bräuer nicht.
Ihn irritierte allerdings die Tatsache, dass der Name Eisenhauer im Odenwald gebräuchlich ist und dass viele Ortschaften für sich reklamieren, dass die Vorfahren des amerikanischen Präsidenten hier gelebt hätten. Der Forschungseifer des Heppenheimers Bräuer wurde endgültig geweckt, als die hessischen Familienforscher von ihren Saarländer Kollegen geschmäht wurden. „Schande über die hessischen Genealogen, die unter ihren gegenseitigen Grabenkämpfen wie gelähmt erscheinen und von denen doch die ersten Eisenhauer-Forschungen in Deutschland ausgegangen sind“, heißt es von den Saarländern. „Das konnte ich einfach nicht auf mir und uns sitzen lassen“, so Bräuer mehrfach an diesem Abend, der den Schmähsatz für alle Forscherkollegen sichtbar per Beamer an die Wand geworfen hatte.
Im Gespräch mit dem ECHO zeigt sich Bräuer fest überzeugt, dass die Vorfahren des oben genannten Johann Nikolaus Eisenhauer tatsächlich aus dem kleinen Rodau stammen.

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37. Stammtisch in Michelstadt am 16. Februar 2017

Hurenkinder in den Kirchenbüchern (Pressemitteilung)

Im Jahr 1665 spielt sich in Michelstadt dieses Drama ab: Die aus der Schweiz zugewanderte Magd Engel, die bei Registrator Mayer dient, bringt ihre unehelich geborene Tochter um und hat „sodan benflectus den Hals mit ihrem Brotmesser abgeschnitten, dahieren sie nachgehend decoltiert“ (enthauptet). Wenige Jahre später wird von dem Hurentöchterlein der Catharina Löwelin berichtet, „welches sie umgebracht“. Sie wurde gefangen genommen und gründlich(!) verhört. Nach einem halben Jahr in Haft gelingt ihr die Flucht. Die dritte Kindermörderin Anna Maria Hartmännin von Ober Mossau, wird enthauptet. Ihr gesteht man ein Begräbnis auf dem Kirchhof zu. Die Magd des Wirts Christoph Müller verheimlichte ihre Schwangerschaft bis zum letzten Moment, „daß man sah, wie sie solches tödt. wollen. Es blieb beim Mordversuch. 

In einem ausführlichen Eintrag wird über die Taufe eines Zwillingspaares berichtet.
Die aus Vielbrunn stammende Mutter Walpurgis Straub verstrickt sich in Widersprüche, den Vater der Kinder betreffend. Sie berichtet, dass sie von Nürnberg komme, wo sie zusammen mit ihrer Schwester als Gold- und Silberspinnerinnen arbeite. Goldspinnerinnen stellten Fäden für die kostbaren Gewänder der Reichen her. Diese Frauen üben einen Beruf aus, von dem man im Odenwald zuvor noch nicht gehört hat.

Auf dem Weg von Zell nach Michelstadt kommt das zweite Kind der Anna Maria Geist zur Welt. „Anna Maria Geistin wiederumb aus Hurens schwanger worden u. auf dem Weg von Zell anher niederkommen.“

Charlotta Jäger kann den Vater ihres Kindes nicht nennen: “den Vater weiß die Mutter nicht anzugeben.“ Bei ihrem Tod, 20 Jahre später, stellt sich heraus warum: sie war stumm, „starb schnell die Jägerin, ein stummes elendes Mensch von Stockheim.“

Im alten Erbacher Landrecht fand die Referentin eine Verordnung der drei regierenden Erbacher Grafen von 1740, „daß keine unserer Unterthanen hinkünftig vor dem 25sten Jahre zu heurathen, sich unterstehe“.
Diese Verordnung hat weitreichende Folgen. Es ist nicht erwähnt und zu erkennen, ob die Altersgrenze von 25 Jahren für die Heirat nur für Männer zutrifft. Diese können nun erst nach der Militärzeit heiraten. Die Herrschaft hatte also bei ihrem Tod im Kriegsdienst nicht für Witwen und Waisen zu sorgen. Für Frauen würde es eine strenge Geburtenkontrolle bedeuten. Der Ton bei den Einträgen von unehelich geboren Kinder nun noch rauher. Wenn die jungen Leute danach nicht mehr als Beisassen und Untertanen in der Grafschaft leben können, was bleiben da für Auswege? Die jungen Frauen versuchen bis zum letzten Moment ihre Schwangerschaft zu verheimlichen. Ledige bekommen unterwegs ihre Kinder. Um nicht die Männer mit ins Unglück zu ziehen, verschweigen sie den Vater des Kindes. Und zuletzt bleibt nur die Flucht!

Eine frühe Auswanderung nach Nord-Amerika setzt ein, und es dauert nicht mehr lange, da gehen die ersten Kartoffeldeutschen in die sandige Heide nach Dänemark. Eine weitere Chance für all diese Menschen ist dann wenige Jahre später der Ruf der Zarin Catharina an die Wolga. Viele Odenwälder sind diesem Ruf gefolgt, junge Paare haben sich noch schnell 1766 in Büdingen trauen lassen. 

In Ober-Mossau stirbt eine junge Mutter. Zwei Monate nach der Geburt will man sich ihrer entledigen und sie in die Heimat zurückschicken. Dazu bedient man sich der Bettelfuhr, bei der Kranke von Landesgrenze zu Landesgrenze auf vorbeikommenden Fuhrwerken mitgeschickt wurden um sie, ohne große Kosten zu verursachen, nach Hause zu bringen. Das Hurentöchterlein wird auf Kosten der Zent Michelstadt in Pflege gegeben. Banse betont, dass aus diesen kleinen Einträgen im Kirchenbuch etwas über die soziale Fürsorge, die sonst an keiner anderen Stelle überliefert ist, herausgelesen werden kann. Weiter wird von zwei Fällen von Inzest berichtet, was ebenfalls für alle Beteiligten den Landesverweis zur Folge hatte.
1767 müssen sich Preußische Soldaten zur Anwerbung in Michelstadt aufgehalten haben, denn 9 Monate später kommen mehrere Hurensöhnlein zur Welt.

Dies alles, auch Anderes, Kleinigkeiten aus dem alltäglichen Leben, sind aus den Einträgen in den alten Kirchenbüchern herauszulesen. Die Geschichte der „kleinen“, einfachen Leute im Odenwald. Eine große Zahl von unehelich geborenen Kindern, als „Hurenkinder“ bezeichnet, fällt mit traurigem Lebensschicksal auf. Die hatten oft keine Überlebenschancen, sterben schlecht oder gar nicht versorgt gleich nach der Geburt. Dreiviertel aller „Hurenkinder“ stirbt in den ersten Lebensjahren.

36. Stammtisch in Höchst i. Odw. am 17. November 2016

Erbschaftsgeschichte in Hetschbach

(Vorankündigung:) Im Gasthof „Hotel Lust“ am Höchster Bahnhof trifft sich am Donnerstag, 17. November, ab 19.30 Uhr die Bezirksgruppe Odenwald der Hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung (HfV). Diese Treffen haben sich als Forum für alle Hobby-Genealogen mit Schwerpunkt Odenwald etabliert und beziehen sich somit nicht nur auf den hessischen-, sondern auch auf den badischen- und bayerischen Odenwald. An diesem Abend wird der örtliche Heimat- und Familienforscher Karl-Heinz Jungermann über „Erbschaftsgeschichte aus Hetschbach“ referieren.


35. Stammtisch in Lindenfels am 16. August 2016

Recherche im Internet mit Ancestry und FamilySearch

Diesmal ausnahmsweise an einem Dienstag trafen sich etwa 50 Interessierte in Lindenfels um sich auszutauschen und dem Vortrag von Holger Weber zu lauschen.
Holger Eber
Photo: Thomas Krämer
Vorankündigung:
Recherche im Internet (Echo Online, 16.08.2016)

GENEALOGIE Odenwälder Familienforscher informieren sich über Chancen und Risiken von Internet-Suchdiensten

LINDENFELS - 8372 Kilometer beträgt die Entfernung Salt Lake City – Schlierbach; trotzdem ist es für Odenwälder Familienforscher teilweise wesentlich einfacher, ihre Informationen von dort zu beziehen als aus den original Kirchenbüchern für das Kirchenspiel Schlierbach. Im US-Bundesstaat Utah lagert das gigantische Archiv der Mormonen, die bereits in den fünfziger Jahren in Deutschland über Land zogen und die alten Kirchenbücher abfotografierten – aus religiösen Gründen. Denn Mitglieder dieser Religionsgemeinschaft vertrauen darauf, dass sie verstorbene Familienmitglieder, deren Daten bekannt sind, auch nachträglich über „heilige Handlungen“ in ihre Glaubensgemeinschaft aufnehmen können.  ....
Doris Strohmenger

zum ganzen Artikel:
Online in die Vergangenheit (Echo Online, 18.08.2016)


34. Stammtisch in Heppenheim-Kirschhausen am 12. Mai 2016

Pressemitteilung:

Heppenheimer Mühlen und Müller-Familien: Mühlengeschichte aus dem Blickwinkel eines Familienforschers

Kirschhausen (mab). Fünfzig Mühlen standen einst an den vom Odenwald über die Bergstraße in das Ried fließenden Bächen in Heppenheim und seinen Stadtteilen. Betrieben wurden diese Mühlen oft über Generationen von mit einander verwandten Müllern. Grund genug, dass sich auch die Familienforscher mit den Mühlen und deren Besitzern beschäftigen. In einer gemeinsamen Vortragsveranstaltung der Bezirksgruppen Odenwald und Bergstraße in der Hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung und dem Heppenheimer Geschichtsverein trug Dr. Hermann Müller den aktuellen Stand seiner Forschung vor.

Nach der Begrüßung durch Heiner Wolf von der Odenwälder Bezirksgruppe und einer Einführung durch Manfred Bräuer vom Heppenheimer Geschichtsverein zeigte Dr. Müller in seinem reich bebilderten Vortrag die Verbindungen zwischen Mühlen- und Familienforschung auf. Gelegentliche Fragen zeigten das starke Interesse des Publikums an der neunzigminütigen Präsentation. Die Antworten bewiesen, dass Dr. Müller über hohes Hintergrundwissen verfügt.

Ausgehend von den vorhandenen Quellen, wie Kirchenbüchern, Sippenbüchern, Ratsprotokollen, Anzeigenblättern und nicht zuletzt Grabsteininschriften spannte Dr. Müller einen Bogen von der ersten Erwähnung einer Heppenheimer Mühle im 12. Jahrhundert bis zur Stilllegung der letzten aktiven Mühle, nämlich der Mitschsmühle, im Jahr 1975. In einer Übersichtskarte mit den eingetragen Mühlenstandorten zeigte Müller die topografische Verteilung der Mühlen entlang der Bäche. Ausführlich erläuterte er zu den verschwundenen Mühlen sowie den verbliebenen Mühlengebäuden die unterschiedlichen Mühlentypen. Auf die „Kunstmühle“ des Georg Tuger, einer späteren Nudelfabrik, ging der Referent näher ein: Der Ausdruck Kunstmühle bezog sich hier auf die technische Ausstattung nach dem damals neuesten Stand der Ingenieurskunst.

Im zweiten Teil seines Vortrags betrachtete der Referent verschiedene Müller-Familien, unter denen es arme, reiche sowie auch adelige Familien gab. Die Freiherren von und zu der Hees hatten in ihren Wappen auch zwei Mühleisen. In für die Familienforschung typischen Diagrammen wurden einige Müllerdynastien genealogisch beleuchtet. Insgesamt hat Dr. Müller bisher ca. 700 Müller in Heppenheim und seinen Stadtteilen erfasst, alleine 36 Müller tragen den Namen Mitsch und zwanzig den Namen Eberhard.

Neben der eigentlichen Tätigkeit zur Versorgung der Bevölkerung mit Mehl hatten einige Müller auch Funktionen im Gemeinwesen inne. Sie begleiteten Ämter wie Ratsschultheiß, Ratsherr, Bürgermeister (z. B. in Hambach die Familien Schweinsberger, Guthier und Herlemann). Zusammen mit den Bäckern sorgten sie für das Grundnahrungsmittel Brot. Ein Fünftel der Müller in Heppenheim war zugleich Bäcker.

Die Kunden der hiesigen Mühlen kamen nicht nur aus Heppenheim und den heutigen Stadtteilen, sondern auch aus dem Ried. Anhand von Einnahme- und Mahlbüchern ist zu ersehen, dass die reine Mahltätigkeit, die unter Anderem vom Wasserangebot und damit vom Wetter abhängig war, zur Existenzsicherung nur selten ausreichte. Viele Müller boten deshalb zum Gelderwerb Fuhrdienste und andere Dienstleistungen in der Landwirtschaft an. War eine Existenz als Müller hier dennoch nicht mehr möglich, blieb als letzter Ausweg die Auswanderung, vorzugsweise ins Banat (18. Jahrhundert) oder nach Amerika (19. Jahrhundert).
Zur Abrundung seines Vortrags ging Dr. Müller auf eher randständige, aber mitten aus dem Leben gegriffene Aspekte, wie „Tod auf der Mühle“ durch Betriebsunfall und Mühlen als Versammlungsort und Unterschlupf für „Raubgesindel“, ein. Mit dem Reim „Das Räderwerk der Mühle ist verstummt, kein Korn, kein Mehl wird mehr getragen. Nur noch der Mühlbach leise summt und träumt von längst versunkenen Tagen.“ schloss Dr. Müller seine Präsentation. Bergsträßer und Odenwälder Familienforscher sowie Mühleninteressierte waren gleichermaßen begeistert. Den Dankesworten von Heiner Wolf folgte deswegen reichlich Beifall.
Dr. Müller und H. Wolf
Text und Photo: Manfred Bräuer
 
gekürzter Artikel in >>Echo-Online

33. Stammtisch in Wersau am 25. Februar 2016

Gefallene des 1. Weltkrieges aus Wersau" 

Vortrag von Horst Rapp 

Ankündigung:

(Wersau) Im Gasthof "Zum Gickelswirt" in Wersau trifft sich am Donnerstag, den 25. Februar ab 19:30 Uhr, die Bezirksgruppe Odenwald der Hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung e.V. (HfV). Diese Treffen haben sich als Forum für alle Hobby-Genealogen mit Schwerpunkt Odenwald etabliert und beziehen sich somit nicht nur auf den Hessischen-, sondern auch auf den Badischen- und Bayerischen Odenwald. Veranstaltet werden sie alle 3 Monate an wechselnden Orten, um Gleichgesinnten in lockerer Runde die Möglichkeit zu geben sich auszutauschen, gegenseitig Hilfestellung zu leisten oder einfach um Geselligkeit zu pflegen.
Anfänger, wie auch diejenigen, die sich für das wunderbare Hobby Familienforschung schon lange begeistern, sind herzlich willkommen.


An diesem Abend wird der örtliche Heimatforscher Horst Rapp über "Gefallene des 1. Weltkrieges aus Wersau" referieren.



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Letztes Update: August 2017